Wenn Sie mit dem Auto auf der L 159 aus Richtung Salzmünde kommend das Ortseingangsschild von Dölau passieren, fahren Sie auf einem Teil der Salzmünder Straße, der 2008 neu aufgebaut wurde. Doch die ruhige Fahrt endet spätestens an der Kreuzung Lieskauer Straße/Salzmünder Straße/Alfred-Oelsner Straße. Hier wurde die geplante Grundinstandhaltung der Straße eingestellt. Schlaglöcher und Unebenheiten schütteln die Insassen der Fahrzeuge ab hier kräftig durcheinander. Besonders schmerzhaft dürfte dies die Verletzten und Kranken treffen, die mittels Krankenwagen aus Halle-Neustadt kommend auf dem Weg zur Notaufnahme des Dölauer Krankenhauses sind.
Aus diesen Gründen versucht eine Bürgerinitiative, organisiert durch die Familien Riedel und Freund seit 2012, den weiteren Ausbau der Salzmünder Straße bzw. der sich anschließenden Heidestraße voranzutreiben. Das Problem der hochfrequentierten Straßen ist bei der Stadtverwaltung bekannt. Das betonte auch der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Umwelt, Uwe Stäglin, während der Bürgerversammlung am 8.April 2013 in Dölau (siehe unteren Videoausschnitt der Veranstaltung). Durch die Auseinandersetzungen um den Kaufhallenneubau in der Alfred-Oelsner-Straße hat die Diskussion um das Verkehrsproblem Salzmünder Straße an Brisanz zugenommen. Intensiv wird wohl an der Lösung des Verkehrsproblems Kreuzung Lieskauer Straße/Salzmünder Straße/Alfred-Oelsner Straße gearbeitet.

Hier ist das Linksabbiegen für alle Verkehrsteilnehmer ein strapaziöser Akt und verleitet einige Verkehrsteilnehmer zu überhöhten Risiken. Die einzige eingeleitete Maßnahme ist die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit im Bereich Heidebahnhof bis Einmündung „Am Brunnen“ auf 30 km/h. Die Lösung im Kreuzungsbereich soll ein Minikreisverkehr sein.

So könnte der Kreisverkehr aussehen!
Zusätzliche Belastungen durch die geplante Kaufhalle sind nicht zu erwarten, zumal die Anlieferfahrzeuge die ursprüngliche Ausfahrt zur Straße “Am Brunnen” als Ausfahrt nutzen könnten!
Auf Anfragen zur Sitzung des Stadtrates am 24.04.2013 (Vorlage-Nr.:V/201 3/11626) gab es folgende Stellungnahmen:
WeIche Baumaßnahmen im Bereich der betreffenden Straßenkreuzung sind notwendig, um den mit dem Vorhaben verbundenen zusätzlichen Zu- und Abfahrtsverkehr aufnehmen zu können?
Antwort: Die Salzmünder Straße ist im bisher nicht ausgebauten Abschnitt zwischen der Anbindung „Am Brunnen” bis zur südlichen Ortsteilgrenze in Höhe des ehemaligen Heidebahnhofs (Gesamtlänge ca. 940 m) technisch stark verschlissen und ihr Ausbaustandard innerhalb der Ortslage Dölau ist ungenügend. Zudem haben Recherchen bei der HWS GmbH ergeben, dass der Schmutzwasserkanal in der Salzmünder Straße neu verlegt werden muss. Dabei erstreckt sich der Baubereich ab dem Knoten Alfred-Oelßner-Straße bis zur südlich gelegenen Otto – Kanning-Straße. Die Grenze der verkehrlichen Leistungsfähigkeit (Durchlassfähigkeit) des vierarmigen, nichtsignalisierten Knotenpunktes Salzmünder Straße / Lieskauer Straße / Alfred – Oelßner- Straße ist während der Spitzenstunden des werktäglichen Nachmittagsverkehrs bereits jetzt erreicht. Dies betrifft vor allem die verkehrsrechtlich untergeordnete Lieskauer Straße wie auch die Alfred-Oelßner-Straße. Besonders betroffen ist dabei der Linksabbiegerverkehr aus der Lieskauer Straße in Richtung Norden mit Auswirkungen auf die Erreichbarkeit des Krankenhauses Martha-Maria in Dölau sowie auf die Pünktlichkeit des OPNV. Verkehrstechnische Prognoseberechnungen haben ergeben, dass diese zeitweilige Überlastung auch nicht abnehmen wird, wenn keine baulichen, sondern nur organisatorische Veränderung am Knoten vorgenommen werden. Dabei kommen grundsätzliche Gestaltungsvarianten für den Ausbau des Knotenpunktes, wie z.B. als Kleiner Kreisverkehr oder aber die “traditionelle” Lösung als vierarmiger vollsignalisierter Knotenpunkt mit ggf. erforderlicher Spurverbreiterung in Frage, die in der weiteren Planung untersucht werden müssen.
Um das grundsätzliche Funktionieren der Verkehrsanbindung zu gewährleisten, wird zudem die Einrichtung eines sogenannten Minikreisverkehrs als “Rückfallebene” geprüft, die jedoch nicht als dauerhafte Lösung, sondern nur bis zu einem Umbau des Knotens funktionieren kann.
Die Umgestaltung dieses Knotenpunktes muss im Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau der Salzmünder Straße innerhalb der Ortslage Dölau betrachtet werden. Eine nicht provisorische, sondern nachhaltige Knotenpunktlösung muss sich funktionell und gestalterisch passfähig in die angrenzenden Verkehrsanlagen einfügen lassen können. Ein späterer, nochmaliger Umbau des Knotens im Zuge des grundhaften Ausbaus der Salzmünder Straße nördlich und südlich davon — auch im Zusammenhang mit erforderlichen Leitungserneuerungen — ist zu vermeiden. Um die Konformität von Knoten und Strecke garantieren zu können, muss deshalb der Ausbau der Salzmünder Straße insgesamt bis zur südlichen Ortsteilgrenze (nahe ehemal. Heidebahnhof), einschließlich die Lieskauer Straße bis zu den Bahnanlagen der ehemaligen S-Bahn – Trasse sowie der Einmündungsbereich der Alfred-Oelßner-Straße in die Salzmünder als inhaltliche Einheit untersucht und rechtsverbindlich geplant werden. Die etappenweise Realisierung — zuerst der Knoten, später die passfähigen Anschlussbereiche — ist, in enger Abstimmung mit den Versorgungsträgern, denkbar.
Im Investitionsprogramm der Stadt Halle stehen für Tiefbaumaßnahmen an der betreffenden Kreuzung bisher keine Mittel zur Verfügung? Wie sollen die Maßnahmen finanziert werden?
Antwort: Die Verwaltung prüft derzeit, wie die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden können. Die Planungsvorbereitungen sollen unverzüglich aufgenommen werden, so dass in die Haushalte 2014/2015 die erforderlichen Kosten eingestellt werden können.
Ausschnitt von der Bürgerversammlung am 08.04.2013 in Dölau mit einer Aussage zur Salzmünder Straße durch den Beigeordnetem für Stadtentwicklung und Umwelt Uwe Stäglin
Fotos und Videoaufnahme: Bernd Wolfermann
