Unter dem Thema „Unsere Dölauer Heide retten?“ luden am 20.August die Dölauerin Frau Prof. Dr. Johanna Mierendorff, Erziehungswissenschaftlerin an der Uni  und die Evangelische Kirchengemeinde zum Vortrag und zur Diskussion in die Franz-Mehring-Straße 9b ein. Als Vorstandsmitglied des Vereins „Wissenschaft für uns in Sachsen-Anhalt e.V.“ stellte Frau Prof. Mierendorff zu Beginn ihren Verein und dessen Zielstellungen bzw. Aktivitäten vor. Angeregt durch die immer mehr zunehmende Diskussion über den Klimawandel hatten man an diesem Tag die Dölauer Heide in den Mittelpunkt gestellt. Gewonnen hatte Frau

Prof. Mierendorff als Referentin Frau Prof. Dr. Anne Lindau vom Team Didaktik der Geographie der Universität Halle und den Leiter des Teams Forsten/Landwirtschaft Herrn Siersleben mit seinem Mitarbeiter Herrn Marx vom Fachbereich Umwelt der Stadt Halle.

Im Vortrag von Frau Prof. Lindau kamen Themen wie Temperaturveränderungen auf der Erde, der Treibhauseffekt, Klimadiagramme, Einstufung von Halle bezüglich der Niederschläge und Trends der Temperaturzunahme im Sommer zur Sprache. Ergänzt wurden diese mit Aussagen zur Wohnfeuchte, Vegetationsperioden und deren Veränderungen, Stadtklima, Schwammstadt und Hitzekonzept. Im folgendem Teil der Veranstaltung

ergriffen die Mitarbeiter desTeams Forsten/Landwirtschaft das Wort und gaben einen Einblick in ihre Arbeit. Themen waren folglich die zunehmende Trockenheit seit 2018, Probleme bei der Beseitigung von Windschäden und Bemerkungen zu Neuanpflanzungen. In diesem Zusammenhang wiesen die Vertreter der Stadt darauf hin, dass es laut Waldgesetz keine Verpflichtung zur sofortigen Beseitigung von Waldschäden gibt

und das Betreten der Wälder immer auf eigene Gefahr erfolgt. Dabei wies man auf die entstehenden Probleme bei der Abholung der gefällten oder bearbeiteten Bäume durch die Transportunternehmen hin. Die Mitteilung an die Gäste, dass die Holzbewirtschaftung der Heide die auflaufenden Kosten nicht abdeckt und Zuschüsse durch die Stadt notwendig sind, war offensichtlich ein inneres Bedürfnis der anwesenden Mitarbeiter.

Die danach folgende Stunde wurde für Anfragen und Kritik der Zuhörer genutzt. Erwähnt werden sollen an dieser Stelle, dass einerseits von guten Erfahrungen  mit der Roteiche (Trockenheitsverträglichkeit, Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Eichenprozessionsspinner) gesprochen wurde, aber andererseits nicht heimische Bäume, wie die Roteiche, maximal 10% des Bestandes ausmachen dürfen. Zur Sprache kam ein Problem mit der Schneebeere, die mit ihrem Wachstum die Neuanpflanzungen schädigt und überwuchert.

Obwohl man keine endgültige sichere Lösung für den Erhalt der Dölauer Heide hat, setzt man weiterhin auf Pflanzungen von Eiche und Kiefer. Linde und Hainbuche könnten in der Zukunft eine bedeutendere Rolle spielen. Die Nutzung von Wasser, welches aus den Tiefbrunnen zur Senkung des Grundwasserspiegels von Halle-Neustadt in die Saale gepumpt wird, zur Bewässerung der Heide einzusetzen, wird aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt. (B.W.)