
In der Stadtratssitzung am 25.11.2020 kam es unter Tagesordnungspunkt 8.8. entsprechend der Vorlage: VII/2020/01292 zu folgendem Beschluss: Umbenennung des Straßennamens Dr.-Hans-Litten- Straße in Hans-Litten-Straße. Über die Umstände berichtete Frau Silvia Zöller in einem Beitrag in der „Mitteldeutschen Zeitung“: Der Hintergrund dafür ist, dass der Rechtsanwalt Litten nach neuesten Erkenntnissen gar keinen Doktortitel hatte.
Der in Halle geborene Jurist hatte sich im Dritten Reich als „Anwalt des Proletariats“ verdient gemacht und Gegner des NS Regimes in Strafprozessen verteidigt. Er wurde 1937 im Konzentrationslager Dachau in den Selbstmord getrieben. Mit der Umbenennung, so der Beigeordnete für Stadtentwicklung, René Rebenstorf, soll die Ehrung von Hans Litten in keiner Weise in Frage gestellt werden. „Im Gegensatz zu den üblichen Straßenumbenennungen, bei denen der bisherige Name zugunsten eines anderen entfällt, geht es hier ausschließlich um eine nicht unerhebliche aber dennoch notwendige Korrektur der Schreibweise“, sagte Rebenstorf. Die Verwaltung hatte einen Hinweis erhalten, wonach der Namensgeber der Dr.-Hans- Litten-Straße keinen Doktortitel hatte. Das Stadtarchiv hatte hierzu recherchiert und habe dies im Ergebnis einer Tiefenprüfung zweifelsfrei bestätigt. Die Straße in Dölau, die die Querverbindung von der Elbestraße zu Otto-Kanning- Straße ist, hatte ihren Namen 1963 durch einen Stadtratsbeschluss erhalten. Wie es damals zu der irrtümlichen Information kam, dass Litten einen Doktortitel haben soll, konnte nicht geklärt werden. 1)
Quellen: 1) Mitteldeutsche Zeitung vom 10.11.2020, Seite 9, Fotomontage: Bernd Wolfermann
