Schon mancher hat sich gefragt, was wohl mit dem Bahnhof Dölau werden wird? Nachdem am 31.07.2002 die letzte S-Bahn von der Endhaltestelle Dölau abgefahren ist, begann die Natur das Bahngelände zu erobern. Die Gleise und Bahnsteige wurden Stück für Stück von Sträuchern und Unkraut überwuchert. Man hatte den Eindruck, dass der Bahnhof langsam einen Dornröschenschlaf beginnen würde. Wie oft beobachtet, dauert es dann nicht lange und Fenster, nebst Türen werden zu

Zielscheiben sich beweisender Mitmenschen. Nach einigen Jahren des Vergessens kam um den Bahnhof und das Gleisbett zwischen Dölau und Nietleben wieder Bewegung. Die “Freunde der Halle-Hettstedter Eisenbahn e.V.” hatten sich das ehrgeizige Ziel gestellt die Strecke wieder zu beleben (Infos unter http://www.halle-hettstedter- eisenbahn.de/). So verschwand 2008 ein großer Teil des Wildwuchses. Doch in der Folgezeit wurde es für die Betrachter wieder recht ruhig. In diesem Jahr (2011) setzte plötzlich Bautätigkeit um den Bahnhof Dölau ein. Wie unserer Terminseite zu entnehmen war, wurde der Imkerweg kurzzeitig wegen Arbeiten am Wasser- und Abwassersystem Ende November gesperrt. Was war geschehen?
Wenn man alles kurz zusammenfassen will, ergibt sich folgender Zusammenhang: Die Bahn hatte nach der Stilllegung der ehemaligen S-Bahnstrecke den Bahnhof Dölau, wie viele andere Bahnhöfe, über Immobilienfirmen zum Verkauf angeboten. So bekam Herr Baumann, der schon einige Zeit für seine Firma, die in Ammendorf angesiedelt war, das Angebot zum Bahnhofgebäude. Nun soll es als Wohnung für Familie Baumann bzw. als Arbeitsstätte der Firma dienen. Mit sehr viel Aufwand versucht man das Gebäude herzurichten.
Ein nicht immer einfaches Unterfangen, da das Gebäude in die Liste der denkmalgeschützten Bauwerke aufgenommen wurde. So wird ab Januar 2012 in der historischen Lagerhalle keine Fracht mehr zwischengelagert und auf ihren Abholer warten, sondern so manche Schaltung oder mancher Schaltschrank das Licht der Welt erblicken. Und an der Südseite wird der Schriftzug “Halle-Dölau” daran erinnern, dass hier eine Haltestelle der Bahn war. Zumindest solange, bis der Schriftzug verwittert ist, denn laut Denkmalschutz darf dieser nicht erneuert werden!

