Was bleibt vom Alltag, wenn die Generationen wechseln? Was die Großeltern selbstverständlich kannten, müssen die Enkel nachlesen – und je weiter ein Ereignis zurückliegt, desto stärker wird, was geschrieben wurde, zur einzigen Stimme, die noch antwortet. Geschichte braucht Hände, die aufschreiben, und Augen, die später lesen. In dieser Chronik liegen die vier Schichten, aus denen Dölaus Gedächtnis besteht: die Jahreschroniken, geführt seit 2011 – was sich im Stadtteil ereignet, Jahr für Jahr festgehalten, bevor es zur Erinnerung wird. Die Stimmen der Zeitzeugen, gesammelt seit 2008. Die Seiten der Dölauer Zeitung, gedruckt seit 2018. Und die Bücher, die über diesen Stadtteil geschrieben wurden – von Heimatforschern, Chronisten, Spurensuchern. Vier Sammlungen, jede mit eigener Sprache; zusammen ein Versuch, einen Ort nicht nur zu bewohnen, sondern auch zu bewahren.
