
Es ist keine sieben Monate her, da konnte man im Technischen Rathaus von Halle die Unterlagen zum Bebauungsplan Nr. 186 – „Wohnbebauung Neuragoczystraße“ einsehen. Dem aufmerksamen Leser des Amtsblattes fiel in der Ausgabe vom 20.November 2019 auf Seite 10 auf, dass sich der Ausschuss für Planungsangelegenheiten am 03.12.2019 unter Punkt 4.13. (Bebauungsplan Nr. 200 Dölau, Wohngebiet Salzmünder Straße – Aufstellungsbeschluss, Vorlage: VII/2019/00226) mit dem Antrag eines Bauinvestors auseinandersetzt. Seit Wochen hatten Vermessungsarbeiten an der Salzmünder Straße in Dölau schon darauf hingewiesen, dass hier ein neues Wohngebiet entstehen soll (siehe Fotos). Am 18.12.2019 wurde schließlich den Abgeordneten dieser Antrag zur Abstimmung vorgelegt.
Während über viele Vorlagen zur Stadtratssitzung schnell entschieden wurde, kam es bei diesem Punkt zu einer ausgedehnten Diskussion. Die Gegner des Projektes kritisierten, dass hier wertvolle Ackerflächen versiegelt werden und der Stadtrand weiter verfranzt werde. Es sei doch vernünftiger die vorhandene Altsubstanz im Stadtgebiet zu nutzen. Schließlich folgten 30 Stadträte der Argumentation von Oberbürgermeister Dr. Wiegand und dem Beigeordnetem für Stadtentwicklung und Umwelt René Rebenstorf. Beide argumentierten, dass der Bedarf an Einfamilienhäusern vorhanden ist. Man möchte nicht wie in vergangenen Jahren Einwohner an andere Kreise verlieren, zumal die Neuansiedlungen der Stadt auch steuerliche Vorteile bringen. Gegen das Bauvorhaben stimmten 19 Stadträte und ein Vertreter enthielt sich der Stimme.

Bernd Wolfermann, Dezember 2019
