bei Halle an der Saale Willkommen in Dölau Hilmar Thate  geboren am 17.April 1931 in Dölau  gestorben am 14.September 2016 Er besuchte hier und später in Halle die Schule. In der Folgezeit entwickelte sich der Wunsch in ihm einmal auf der Bühne zu stehen. Und dieser Traum wurde wahr. Auf der Umschlagseite seines Buches “Neulich, als ich noch Kind war” wird er wie folgt beschrieben: “Hilmar Thate, geboren 1931 in Dölau bei Halle an der Saale, verkörpert über fünf Jahrzehnte deutscher Theater- und Filmgeschichte. 1958 trat er dem Berliner Ensemble bei. Eine große Karriere begann mit wichtigen Rollen an den bedeutensden deutschsprachigen Bühnen. 1980 musste er zusammen mit seiner Frau Angelica Domröse die DDR verlassen. Hilmar Thate ist Mitgied der Akademie der Künste und erhielt zweimal den Nationalpreis der DDR, den Adolf-Grimme-Preis und den Bayrischen         Fernsehpreis. Seine “Welt” war und ist Berlin, wo er lebt.” Zur Erinnerung seien einige seiner Filme genannt: 1955 Einmal ist keinmal 1958 Jahrgang 21, 1958 Das Lied der Matrosen 1960 Leute mit Flügeln 1961 Mutter Courage und ihre Kinder 1961 Professor Mamlock 1961 Der Fall Gleiwitz 1964 Der geteilte Himmel 1973 Zement 1974 Die Wahlverwandtschaften 1976 Daniel Druskat 1978 Fleur Lafontaine 1980 Don Juan, Karl-Liebknecht-Straße 78 1981 Engel aus Eisen 1982 Die Sehnsucht der Veronika Voss 1983 Dingo 1990 Hurenglück 1997 Der König von St. Pauli 1999 Wege in die Nacht 2000 Krieger und Liebhaber 2002 Zweikampf 2004 Der neunte Tag 2005 Hitlerkantate Karl Werner     25.04.1892 - 24.12.1963 Karl Werner, der bis zu seinem Tod in Dölau im Heideweg 15 wohnte, war nicht nur ein einfacher privater Malermeister. Er gehörte zu den Handwerkern, die sich auch um die Ausbildung des fachlichen Nachwuchses kümmerten. Im Heideschlösschen gab er in einem Raum des Erdgeschosses, der von der Malerinnung gemietet war, Unterrichtsstunden für die zukünftigen Handwerker seiner Zunft. Was ihm nun aber einen Platz in der Dölauer Geschichte einräumt, ist sein Beitrag für die Heimatgeschichte des Ortes. In seiner Freizeit zog er mit Malerstaffelei oder Zeichenblock durch den Ort bzw. die unmittelbare Umgebung und zeichnete interessante Objekte oder einfach die Natur. Damit wurden Blicke festgehalten, wie wir sie heute zumTeil nicht mehr entdecken können. Der Hauptteil seines Nachlasses befindet sich, bis auf wenige im Privatbesitz befindliche Bilder, im Stadtarchiv der Stadt Halle (Saale). In diesem Zusammenhang sei dem Stadtarchiv für die Bereitstellung zwei seiner Bilder gedankt, die hier bewundert werden können. Persönliche Daten: geboren am 25.04.1892 in Hamburg Lehre als Maler von 1907-1910 Gesellenprüfung 31.01.1910 Meisterprüfung am 22.03.1919 Geschäftseröffnung 01.04.1920 gestorben am 24.12.1963 in Dölau    Bilder zum Vergrößern anklicken! Werner, Karl Standort der heutigen Kaufhalle in der Neuragoczystraße In der Schulstraße von Dölau 1961                            Erik Neutsch  21. Juni 1931 - 20. August 2013 Besonders die Generationen, die in der DDR aufwuchsen, kennen seinen Namen.  Aber auch nach der Wende, als die Beiträge über die in der DDR verbotenen Filme aufkamen, rückte sein verfilmter Roman „Spur der Steine“ mit Manfred Krug in die Schlagzeilen der Medien. Erik Neutsch hat sich vor Jahren in Dölau niedergelassen und arbeitete intensiv an den letzten zwei Bänden seines Zyklus „Friede im Osten“,  der einmal 6 Bände umfassen sollte. Frau Dr. Evelin Wittich beschreibt anlässlich des 80. Geburtstages von Erik Neutsch    in einer Veröffentlichung 1) das Leben des Schriftstellers wie folgt: Erik Neutsch wurde am 21. Juni 1931 in Schönebeck an der Elbe als Kind in einer sozialdemokratisch geprägten Arbeiterfamilie geboren. Die Erzählungen seines Vaters zum Beispiel über die Verbrüderung mit den Russen 1917 an der Ostfront oder darüber wie es war, wenn gestreikt wurde und er (der Vater) als Angehöriger der Streikführung dem Großvater als Streikbrecher gegenüber stand,  hinterließen tiefe Spuren bei dem Jungen. Dennoch ließ er sich durch die Nazis verführen und träumte von einem Nibelungenreich in einem Großdeutschland. Der 1943 verstorbene Vater konnte es nicht verhindern. Mit 14 ½ Jahren kam er unter Werwolfverdacht für ein Dreivierteljahr in ein Gefängnis des NKWD aus dem er mit eigenen Worten als ein anderer Mensch herauskam. Neutsch trat 1947 in die FDJ und 1949 in die SED ein, studierte von 1950 bis 1953 Gesellschafts- wissenschaften, Philosophie und Publizistik an der Universität Leipzig, wo er als Diplom-Journalist abschloss. Anschließend arbeitete er als Kultur- und Wirtschaftsredakteur bei der Bezirkszeitung „Freiheit“ in Halle von 1953 bis 1960. Seine Leidenschaft war und ist das Schreiben – auch über den täglichen Journalismus hinaus. So erschienen Anfang der 60er Jahre seine ersten Erzählungen und 1964 der Roman «Spur der Steine», der mehr als 500.000 mal verkauft wurde.                Neutsch war dem Theater sehr verbunden, schrieb 1971 das Schauspiel «Haut oder Hemd», das am Landestheater Halle Premiere hatte, und im gleichen Jahr das Libretto für die Oper «Karin Lenz».  Im Jahr 1974 beginnt er mit dem Romanwerk «Der Friede im Osten», das vor dem historischen Hintergrund der Jahre 1945 bis 1990 den Werdegang seiner Generation gestaltet, die untrennbar mit der Entwicklung der DDR verbunden war. Vier Bücher sind erschienen und an dem fünften arbeitet er zur Zeit. Die Planung und Realisierung seiner Werke nahm mitunter Jahrzehnte in Anspruch und Neutsch begab sich oft in die Lebensumstände seiner Romanhelden. So arbeitete er zum Beispiel auf dem Bau, ging in die Nationale Volksarmee und war im Elektrochemischen Kombinat Bitterfeld tätig. Er betrachtet die Autoren Büchner und Forster, die sich für die Interessen der Plebejer einsetzten, als seine literarischen Vorfahren und eines seiner großen Vorbilder ist Scholochow. Ihn faszinierten seine Professoren, zu denen Ernst Bloch, Fritz Behrens, Ernst Engelberg, Wieland Herzfelde und andere gehörten.                Über seinen Anspruch an seine Literatur schreibt Erik Neutsch: „Meine Figuren müssen konkret sein, realitätsbezogen und dazu gehört nun mal ihr gesamtes soziales Umfeld, das durch kaum ein anderes so geprägt wird, wie durch die Arbeit. Nur so, durch sein Tätigwerden bis ins Detail, wird ein Zimmermann zum Zimmermann, eine Architektin zur Architektin oder gar … ein Hirt zum Hirten. An seiner Arbeit lässt sich letztlich auch der Charakter eines Menschen messen. Und wie man sehen kann, habe ich in all meinen Büchern zumindest die Hauptperson immer wieder in ihrer Produktivität gezeigt … Wollte ich darauf verzichten, auf die Soziologie der schönen Details, wäre es, als beschriebe ich einen Menschen nur zur Hälfte, nicht einmal das, nur als seinen Schatten. Für meine dem Realismus verhaftete Auffassung begänne da eine Literatur des lebens- und weltfremden Nichtssagens, entweder des Elitären oder des Klischees.“ Werke von Erik Neutsch Die Regengeschichte, Halle (Saale) 1960 (Erzählung) Bitterfelder Geschichten, Halle (Saale) 1961 (Erzählband) Die zweite Begegnung, Halle (Saale) 1961 (Erzählung) Spur der Steine, Halle (Saale) 1964 (Roman) Die anderen und ich, Halle (S) 1970 (Erzählband) Olaf und der gelbe Vogel, Berlin 1972 (Kinderbuch) Haut oder Hemd, Halle 1972 (Schauspiel)         Auf der Suche nach Gatt, Halle (Saale) 1973 (Roman)      Karin Lenz, Berlin 1972 Libretto zur Oper von G. Kochau     Tage unseres Lebens, Leipzig 1973 (Erzählband)        Der Friede im Osten, Halle (Saale) 1. Buch  Am Fluß, 1974 Romanzyklus 2. Buch  Frühling mit Gewalt, 1978 Romanzyklus 3. Buch  Wenn Feuer verlöschen, 1985 Romanzyklus 4. Buch  Nahe der Grenze, 1987 Romanzyklus Heldenberichte, Berlin 1976 (Gesammelte Erzählung) Akte Nora S. und Drei Tage unseres Lebens, Berlin 1978 (2 Erzählungen) Der Hirt, Halle (Saale) 1978 (Erzählung)      Fast die Wahrheit, Berlin 1979       (Essays)      Zwei leere Stühle, Halle [u. a.] 1979 (Novelle) Forster in Paris, Halle [u. a.] 1981 (Historische Erzählung) Da sah ich den Menschen, Berlin 1983 (Lyrik und Dramatik) Claus und Claudia, Halle [u. a.] 1989 (Erzählung) Totschlag, Querfurt 1994 (Roman)      Vom Gänslein, das nicht fliegen lernen wollte, Leipzig 1995 (Kinderbuch) "Der Hirt" und "Stockheim kommt", Berlin 1998 (2 Erzählungen) Die Liebe und der Tod, Halle an der Saale 1999 (Gedichte) Nach dem großen Aufstand, Leipzig 2003 (Roman über Grünewald) Verdämmerung, Kückenshagen 2003 (Essayistische Erzählung) 1) Auszüge der Veröffentlichung von Frau Dr.Evelin Wittich zum 80. Geburtstag von Erik Neutsch auf den Seiten der R-L-Stiftung;  Berlin, den 21.6.2011 Aufnahme von 2012 Thate, Hilmar Neutsch, Erik *** *** *** *** Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth geboren am 27.Februar 1953 Am 29.09.2008 meldeten die Medien in Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen: „Wissenschaftlern aus Mitteldeutschland ist ein Durchbruch bei der Alzheimerforschung gelungen! Mit ihrem Forschungsansatz könnte Alzheimer in ein paar Jahren heilbar sein. … Das Mitteldeutsche Gemeinschaftsprojekt von Alzheimerforschern aus Halle, Magdeburg und Leipzig hat ein vollkommen neues Terapiekonzept entwickelt. … Sie fanden heraus, dass ein bisher unbekanntes Eiweiß für die Bildung von Ablagerungen im Gehirn verantwortlich ist, was dessen absterben massiv beschleunigt. … So entwickelte man weltweit einen neuen Wirkstoff, der das gefährliche Eiweiß hemmt und zum Rückgang der Alzheimersymptome führt.“ 1)   In dieser Sendung wurde der „wissenschaftliche Kopf“ von Probiodrug interviewt.        Es war und ist Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth, ein Einwohner von Dölau. Prof. Dr. Demuth wurde in Halle (Saale) geboren. Er besuchte die Friedensschule im halleschen Stadtteil Ammendorf zwischen 1959 und 1967 und legte das Abitur 1971 an dem jetzigen Giebichensteingymnasium „Thomas-Müntzer“ in Halle ab. Nach dem Wehrdienst von 1971 bis 1973 begann er sein Studium an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale). Sein Diplom als Biochemiker legte er an der damaligen Sektion Biowissenschaften der Universität 1977 ab und promovierte 1982 zum Dr. rer. nat. Im Fach Biochemie habilitierte Hans-Ulrich Demuth 1990.  Als er sich 1991 einer Jury des Bundesforschungsministeriums mit seinem damaligem Projekt „Niedermolekulare Inhibitoren Prolin-spezifischer Enzyme als potentielle Pharmaka“ stellte, konnte er mit seinen Mitarbeitern als eine von zehn Nachwuchsgruppen in den neuen Bundesländern seine Arbeit fortsetzen. Ab 1993 beschäftigte sich diese Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Hans-Ulrich Demuth  dementsprechend intensiv mit der  Diabetes-Wirkstoffforschung. Die neue Strukturpolitik an der Universität nach der Wende veränderte zunächst den akademischen Lebenslauf des Wissenschaftlers in Halle. So konnte er dank der Förderung durch das Bundesforschungsministeriums und der Zusammenarbeit mit dem Hans-Knöll-Institut in Jena seine Forschungen an einem möglichen Diabetes-Medikament als Leiter der Abteilung Wirkstoffbiochemie des heutigen Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie fortsetzen. Um seine Arbeiten zum wirtschaftlichen Erfolg zu führen, gründetet er schließlich zusammen mit Dr. Konrad Glund 1997 die Firma „Probiodrug“. Zunächst im Technologie- und Gründerzentrum der  halleschen Weinberge, und heute im Biozentrum des Weinberg-Campus fand die Forschergruppe ihre neue Wirkungsstätte. Hans-Ulrich Demuth ist seit 2001 Forschungsvorstand der von ihm gegründeten Probiodrug AG und seit 2006 Professor für Pharmabiotechnologie an der Hochschule Anhalt in Köthen. Die größten Erfolge sind neue Therapiekonzepte bei der Behandlung von Diabetes und die bereits angesprochenen Ergebnisse zur Behandlung von Alzheimer. Wir danken Prof. Dr. Demuth für die bereitgestellten Informationen und das Foto. 1)    Kommentar der Sendung „sachsen-anhalt-heute“ des MDR vom 29.09.2008                                                                                                            Prof. Dr. Demuth, Hans-Ulrich Dieter Schmeil geboren am 27.Januar 1936 Wer sich für die Geschichte von Dölau interessiert, kommt an seinen Ausarbeitungen nicht vorbei. Dieter Schmeil ist es zu verdanken, dass wir heute mehr über unseren Ort wissen, als vor einigen Jahrzehnten.            Er ist ein echter Ur-Dölauer: Hier geboren, hier zur Schule gegangen, über Jahre gemeinnützig in Dölau engagiert und bis heute Einwohner des Ortes. Dieter Schmeil fühlt sich fest mit Dölau verbunden. So ist  es nicht verwunderlich, dass er in Dölau „Hinz und Kunz“ kennt. Durch die vielen Gespräche mit Zeitzeugen von Dölau ist wohl so mancher Funke für die Dölauer Historie gezündet worden.                Als er 1996 in den Vorruhestand gehen konnte, hat er begonnen diese Überlieferungen zu Papier zu bringen. Es wurde aus dem Schweißfachmann ein Ortschronist. Die nun als Rentner zusätzlich zur Verfügung stehende Zeit, gab ihm die Möglichkeit die Geschichte Dölaus intensiver festzuhalten und zu dokumentieren. So wurden zum Beispiel die bis dahin gesammelten und erworbenen Postkarten, Urkunden, Zeitungs- und Gesprächsnotizen digitalisiert und die von Dölauer Einwohnern zur Verfügung gestellten Bilder abfotografiert. Er recherchierte in den Archiven, führte Gespräche und brachte auch die eigenen Erinnerungen zu Papier bzw. auf die Festplatte des Computers.                  Wer sein Arbeitszimmer betritt, kann an den vielen Aktenordnern und Ablagen ermessen wie viel Zeit hier investiert wurde und wird. Auf diese Weise ist schon eine beachtliche Seitenzahl der Dölauer Geschichte zu Papier gebracht, gedruckt und gebunden worden. Immerhin zählt die Chronik von Dölau bis heute (2012) 243 Seiten. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Immer wieder werden neue Fakten bekannt, die ihn den Inhalt der Chronik Dölaus erweitern oder vervollständigen lassen. Im „Geschichtskreis Dölau“, deren Mitglied er ist, werden neue Erkenntnisse zusammengetragen und zugearbeitet. Abschließend würde Dieter Schmeil sicherlich sagen:  „Man kann vieles machen, aber man ist auch auf die Mitarbeit seiner Mitmenschen angewiesen. Manch altes Foto,  ein altes Schriftstück oder eine Überlieferung aus einer alten Kiste kann für den Chronisten wie ein Lottogewinn sein!“ *** Foto: Bernd Wolfermann 2012 Schramm, Hans Joachim *** Hans Joachim Schramm geboren am 11.Dezember 1930 Wenn Sie sich für Sagen, Erzählungen, interessante Begebenheiten aus  der Region oder die Geschichte von Dölau interessieren, so ist Ihnen  Hans Joachim Schramm garantiert ein Begriff.   Der 1930  in Halle (Saale)  Geborene hat in seinem Leben viele  Geschichten und Märchen geschrieben und Zeichnungen sowie  Aquarelle geschaffen. Selbst so manches handgeschnitzte Kunstwerk  trägt die Initialen des Allroundkünstlers aus der Stadtforststraße in  Dölau.   Auf Grund seiner künstlerischen Fähigkeiten, die seine Mutter  frühzeitig erkannte, konnte er im Herbst 1945 eine Lehre als  Goldschmied an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle   (heute Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle) beginnen. Nach dem Abschluss dieser Ausbildung bot sich für ihn die Möglichkeit  die künstlerische Ausbildung fortzusetzen und auf anderen Gebieten Erfahrungen zu sammeln. Er lernte in der Malerklasse von  Professor Haas. In der Klasse der Bildhauerei studierte er Metallbildhauerei, sowie Grafik bei Professor Post und erlernte das  Kunstgiesen bei Herrn Näher. Nach dem 10.Semester konnte er schließlich seine erste Stelle als Goldschmied beginnen.   Da es in den 50er Jahren noch schwer war seine Existenz mit einem solchen Handwerk abzusichern, musste er sich beruflich neu  orientieren. Deshalb nahm er die Stelle als Werbeleiter bei der HO im Saalekreis an. Als sich nach Jahren die Möglichkeit bot wieder als  Goldschmied  zu arbeiteten, nutze er diese Chance, um seine Leidenschaft zum künstlerischen Handwerk zu befriedigen.   Neue Inspirationen bekam er durch seine Frau Karin, die er  im Erzgebirge kennen lernte. Sie machte ihn mit dem Werkstoff  Holz  vertraut und inspirierte Hans Joachim Schramm seine handwerklichen Fähigkeiten hier anzuwenden. Dies war eine Bereicherung für die  von seiner Frau im Jahr 1974  in Dölau gegründeten Werkstatt für Kunstgewerbe.  Aus schmucklosen Baumstämmen schnitzte er Eulen, Hirsche, Wildschweine, Steinböcke u.a. Skulpturen. Für Tierfreunde fertigte er  zur Erinnerung lebensgroße Nachbildungen von den verstorbenen Lieblingen auf Basis von Fotos an. Als kleine „Serienproduktion“  wurden zu DDR-Zeiten Nussknacker und Lichterengel gefertigt. Später wurde der Nussknacker durch eine kleine Pyramide ersetzt.   Nach der Wende fanden Urlauber aus den USA, Japan und Frankreich Gefallen an den Holzarbeiten. Die verkauften  Einzelexemplare  wurden Botschafter der Holzschnittkunst aus Dölau. Auf diese Weise kamen Nachfragen aus diesen Ländern und trugen so die  Zeugnisse der Schrammschen Kunst über tausende Kilometer in ferne Länder.  Seine Liebe gilt jedoch nicht nur der Schnitzkunst. Seine zweite Berufung sind das Schreiben und Zeichnen. Die Freude zum Zeichnen,  die seit den Kinderjahren in ihm steckt, ist bei allen Orientierungsversuchen nicht verloren gegangen. Schon nach seiner Ausbildung hat  Hans Joachim Schramm  zahllose Illustrationen für Bücher und Journale angefertigt.   Neben den vielen Zeichnungen, die wir in den „Dölauer Heften“ finden, gab er zahlreichen  Büchern ein schöneres und interessanteres Aussehen.  Mit einem aufmerksamen Ohr für das Leben der Menschen hat er Geschichten und Sagen  des Volkes zu Papier gebracht und auch eigene Geschichten geschrieben. Diese Sagen  und Erzählungen wurden mit seinen Zeichnungen illustriert. Ein Beispiel dafür ist sein  Buch „Sagen der Dölauer Heide“.  Im Laufe der Jahre ging sein Blick weit über die Halleschen Grenzen hinaus. Geschichten  über die Uckermark, das Erzgebirge gehörten ebenso zu seinen Werken, wie Bücher über  die „Randfichten“ oder die Moderatorin im MDR-Fernsehen Marianne Martin mit der  Sendung „So klingt’s bei uns im Arzgebirg“.    Werke von Hans Joachim Schramm: Sagen der Dölauer Heide, Verlag Freiheit Halle 1970 Sagen aus dem Saalkreis, Verlag Freiheit Halle 1970 Von der Dölauer Heide bis Rothenburg/S - Geschichten und Sagen, Verlag Bodo Schwarzberg Halle 1982 Geheimnisse der Uckermark, Eigenverlag 1983 Hallesches Magazin 1993-94, Verlag c/o Votum GGR Von der Saalkreisgemeinde Teicha zum Petersberg. Sagen - Bräuche - Geschichten, Verlag Bodo Schwarzberg, Halle 2002 Die Wichtel der Dölauer Heide, Kinderbuch, Druckerei Schulz Teicha 2003 Sagenhaftes aus Landsberg (Heft 1 und 2), Verlag Bodo Schwarzberg Halle 2004  Zauberhafte Dölauer Heide - Sagen und Erzählungen. Projekte-Verlag Halle 2005 Hoppel und Moppel die Hasenkinder (Heft 1 und 2, Kinderbuch), Projekte-Verlag Halle, 2005 Ja, er lebt noch ...: Der Holzmichl und andere Geschichten aus dem Erzgebirge, Projekte-Verlag 188, 2005 Der Wiesenkooz und andere Geschichten,  Projekte-Verlag Cornelius Halle, 2006 Anthologie Jahrbuch für das neue Gedicht,  August v. Goethe Literaturverlag, Frankfurt/M 2006 Besinnliches zur Weihnachtszeit, August v. Goethe Literaturverlag, Frankfurt/M 2006  Stadt Landsberg. Erzählungen und Geschichten aus dieser Saalekreisregion,  Verlag Bodo Schwarzberg. Halle 2007 Die Geschichte der Eselsmühle Halle-Neustadt und zwei Fabeln, Druckerei Schulz Teicha, 2008 Mit Mariane Martin durchs Zwönitztal, Geschichten aus dem Erzgebirge, Projekte-Verlag Halle 2009 Der Schneckenchecker: und andere Erzählungen aus Halle-Neustadt, Projekte-Verlag Halle 2009 Wir danken Herrn Schramm für die bereitgestellten Informationen. (Fotos: B.Wolfermann) Geschnitzte Eule von Hans Joachim Schramm ***             Gerhard Neumann                     21. Februar 1930 – 24. August 2002 Als der „Verein für Friedhofskultur in Halle und dem Umland e.V.“ am 20.10.2013 eine Führung auf dem Dölauer Friedhof mit Dr. Walter Müller durchführte, verweilte die Gruppe der Geschichtsinteressierten an einem Grab mit der Aufschrift: Gerhard Neumann.        Zur Überraschung vieler Anwesenden erfuhr man, dass dies die letzte Ruhestätte eines bekannten Schriftstellers ist. Wer war Gerhard Neumann? Das Glück führte uns mit seiner Frau Margrit Lenk zusammen, die uns Einblick in sein Leben gab: Er war kein Ur-Dölauer.  Viele Wohnungswechsel lagen – berufsbedingt – hinter ihm, als er 1977 mit Familie nach Halle kam.  Ab 1988 – schon im Rentenalter - bis zu seinem Tod lebte er in Dölau. Doch diese Jahre waren für ihn besonders fruchtbare.    Die Wohnbedingungen, das Umfeld – für seine Tätigkeit boten sich hier die besten Voraussetzungen. In Köthen geboren, wurde Gerhard Neumann nach dem Abitur Schauspieler. Später kam ein Diplom als Theaterwissenschaftler hinzu. Schon mit 22 Jahren setze man ihn - nach einer Schauspieler- und Dramaturgentätigkeit in Bernburg - als Intendant  in Staßfurt ein. Doch bald startete er mit seinem Freund und Kollegen Hans-Albert Pederzani eine Karriere im Krimi-Genre. DIE PREMIERE FÄLLT AUS hieß der erste Bühnen-, Roman- und Filmerfolg des Duos, das sich A.G. Petermann nannte und den frühen DDR-Krimi entscheidend mit geprägt hat. Es gab wohl keine Bühne dieses Landes, auf der DIE PREMIERE nicht AUSFIEL. Vom Theater wechselte Gerhard Neumann zum Film, wurde Dramaturg bei der DEFA  und schrieb eine Reihe Filmdrehbücher – darunter natürlich auch solche für Kriminalfilme. Er blieb, dann ohne seinen Partner, dem Krimi-Genre treu bzw. kehrte – nach neuerlichen Ausflügen ans Theater (als Intendant in Halberstadt, Quedlinburg, Eisleben) und recht erfolgreichen Versuchen mit dem „großen Roman“ (ICH KANNTE CARABAS) – wieder dorthin zurück. Kriminalromane, die hohe Auflagen erreichten, entstanden. In seiner Dölauer Zeit humorige Kriminalerzählungen, kamen etliche, vielfach sehr manche mit deutlichem Halle- Lebewelt der „Goldenen Zwanziger“ Bezug, und beachtliche historische Krimis, die in der Berliner spielen, hinzu. Zudem trat er theoretischen Arbeiten zum Genre mit Kritiken zu neu erschienen Krimis im Rundfunk und mit hervor. ABGESANG hieß sein letzter Kriminalroman. Und mit dem unterhaltsam-besinnlichen Büchlein VORKOMMNISSE - NOTATE AUS SIEBZIG JAHREN  nahm er Abschied von seinen Lesern. In einem Nachruf seines Schriftstellerkollegen Jan Eik heißt es: „Gerhard Neumann, Träger des Georg-Friedrich-Händel- Preises, war ein besonders sprachbegabter und engagierter Schriftsteller, der dank seiner Kollegialität und seiner brillanten Formulierungskunst in der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur schnell Anerkennung fand. Im April 2002 ehrte dieses SYNDIKAT in München Neumanns Lebenswerk mit dem Friedrich-Glauser-Ehrenpreis der Autoren. Mit seinem Tod hat der deutschsprachige Krimi eine seiner interessantesten Stimmen eingebüßt.“ Werke 1952 J.B. Moliere, Georges Dandin, Übersetzung und Nachdichtung, Berlin 1952 Die Premiere fällt aus, Kriminalstück (als A.G. Petermann), Berlin 1953 Was 13 geschah, Schauspiel, Uraufführung Staßfurt 1955 Die Premiere fällt aus, Hörspiel (als A.G. Petermann), Berliner Rundfunk 1956 Treffpunkt Aimée, Kriminalfilm, DEFA 1956 Die Premiere fällt aus, Kriminalroman (als A.G. Petermann), Berlin 1957 Die Hunde bellen nicht mehr, Hörspiel (als A.G. Petermann), Berliner Rundfunk 1957 Spur in die Nacht, Kriminalfilm, DEFA 1957 Poloniaexpress, Spielfilm, DEFA 1958 Die Hunde bellen nicht mehr, Kriminalroman (als A.G. Petermann), Berlin 1959 Die Premiere fällt aus, Kriminalfilm (als A.G. Petermann),  DEFA 1959 Meineid auf Ehrenwort, Kriminalroman (Pseudonym A.G. Petermann), Berlin 1959 Wasser bis zum Hals, Hörspiel (als A.G. Petermann), Berliner Rundfunk 1960 Einer von uns, Spielfilm, DEFA 1960 Museumsraub in Kairo, Kriminalerzählung (Pseudonym Heiner Heindorf), Berlin 1962 Hochverrat, Schauspiel, Uraufführung Halberstadt 1962 Export, Kriminalroman, Berlin 1964 Heinrich Laube Die Karlsschüler, Schauspiel, Bearbeitung und Nachdichtung, Uraufführung Quedlinburg 1970 Hallo Prometheus, Schauspiel, Uraufführung Eisleben 1973 Jenö Gilbes, Paradies der Schwiegersöhne, Operette, Bearbeitung und Nachdichtung, Uraufführung Eisleben 1974 Ein Regenbogen zog voran, Ballettlibretto, Uraufführung Eisleben 1974 Jacques Offenbach, Hoffmanns Erzählungen, Bearbeitung und Neufassung der Dialoge, Uraufführung Rudolstadt 1975 Spiele zum Straßentheater, Uraufführung Eisleben 1977 Adolphe Adam, Der Toréador,  Neuübersetzung und Nachdichtung des Opernlibrettos, Uraufführung Eisleben 1978 Die Reussische Gemme, Kriminalroman, Halle/Leipzig 1979 Adolphe Adam, Der Toréador,  Neuübersetzung und Nachdichtung des Opernlibrettos, Fernsehaufführung Deutscher Fernsehfunk (DFF) 1980 Waterloo, Kriminalroman, Halle/Leipzig 1983 Ich kannte Carabas, Roman, Halle/Leipzig 1986 Koppenreuter kommt nicht, Roman, Halle/Leipzig 1988 Die Vermummten, 33 Stenogramme um einen Mord, Kriminalroman, Halle/Leipzig 1990 Abgesang, Kriminalroman, Halle/Leipzig 1991 Feuerspuren, Kriminalroman, Berlin 1992 Kälte im Nacken, Kriminalerzählung, im Sammelband Der Mörder zieht die Turnschuh an, Dortmund 1993 Hundertjahrestheater, Erzählung im Sammelband Grenzenloses Land, Hildesheim 1993 Die Hassmord-GmbH, Kriminalerzählung, im Sammelband Der Mörder bricht den Wanderstab, Dortmund 1993 Mitwelt-Kränze für die Mimen, literarische Reportage im Sammelband Halle – Kleiner Führer durch Kunst und Kultur, Literaturbüro Sachsen-Anhalt Süd 1993 Sechs Funkessays zur Kriminalliteratur, Deutschlandsender Kultur 1994 Nachtstück, Kriminalerzählung im Sammelband Neue ostdeutsche Krimis, Berlin 1994 Bortzinger Garten, Kriminalerzählung im internationalen Sammelband Weltkrimis-Krimiwelten, Berlin 1995 Die siebente Rippe, Kriminalerzählung im Sammelband Deutschland einig Mörderland, Berlin 1995 Ritter, Tod und Teufel, sieben gesammelte Kriminalerzählungen, Halle 1996 Polnisches Gold, Kriminalroman, Berlin 1996 Ein hallisch-himmlisches Gaukelspiel, Erzählung im Sammelband Stunde der Phantasten, Literaturbüro Sachsen-Anhalt Süd 1997 Mord total, Kriminalroman, Berlin  1998 Klartext oder Ernst Schwetschke stiehlt ein Skalpell, Kriminalerzählung im Sachsen-Anhalt-Sammelband Das  Kind im Schrank, Leipzig 1998 Vademecum, ein Bericht im Sammelband Wer dem Rattenfänger folgt, Literaturbüro Sachsen-Anhalt Süd  1999 Tabula Rasa, ein Kapitel im Neun-Autoren-Krimi Die allerletzte Fahrt des Admirals, Berlin  2001 Abgesang, presto ..., Kriminalroman, Halle  2002 Vorkommnisse, Notate aus siebzig Jahren, Halle                          (Der Nachlass von Gerhard Neumann befindet sich im Stadtarchiv Halle/S) Foto: Archiv Margrit Lenk Foto: Archiv Bernd Wolfermann Foto: Archiv Bernd Wolfermann Neumann, Gerhard Schmeil, Dieter Dr. Jühling, Karl Foto: Archiv Bernd Wolfermann