bei Halle an der Saale
Willkommen in Dölau
Geschichten von Dölau
Auf dieser Seite werden Geschichten, Überlieferungen und Tatsachen zu lesen sein. Gleichzeitig werden Sie neben Erlebnisberichten von Dölauer Einwohnern, auch Veröffentlichungen und Meinungen zu bestimmten Problemen finden. Heute geht es um ...
Eine Dölauer Schweinegeschichte Es war Mitte der 50er Jahre, als in Dölau viele Familien auf ihrem Grundstück noch Nebengebäude für die Aufzucht von Haustieren nutzten, um so einen Teil ihrer Versorgung mit Fleisch abzusichern. Familie Augustins hatte zu dieser Zeit in ihrem Stall ein schlachtreifes weibliches Schwein. Nun mag ein Schwein eben nur ein Schwein sein. In diesem Fall war es aber nicht so! Lotte, so hieß das Schwein, wurde nachgesagt, sie sei besonders intelligent. Die Sau reagierte sofort, wenn man sie rief oder Befehle gab. In der Regel wurde ein ausgewachsenes Schwein am Jahresende geschlachtet oder an den Schlachthof verkauft.  Fritz und Jurina Augustin beschlossen jedoch das Tier zur Zucht einzusetzen. Damit, so hofften sie, wäre das Problem der Ferkelbeschaffung erledigt und das Schlachtfest für das kommende Jahr abgesichert. Die Aufgabe bestand nun darin, das weibliche Tier zum Decken zu bringen. Ein Fahrzeug mit Transportkiste war zu diesem Zeitpunkt nicht zu bekommen. Also baute man auf das bisher gute Verhältnis zu dem Schwein. Der vertrauten Stimme von Herrn Augustin folgend, lief das Schwein über die Brücke des Kirchweggrabens, den Kirchweg in Richtung Feuerwehr entlang. Ohne Probleme überquerte Lotte die Lettiner Straße (heute „Am Brunnen“), entlang des Weges „Brunnenstraße“ (heute „Am Hügel“) bis zum Gehöft des Bauern Ritschke. Nach einem kurzen Aufenthalt im Stall des Ebers ging es denselben Weg zurück. Als ob Lotte den Weg schon öfter gegangen wäre, lief sie zielstrebig durch Dölau bis zum Garteneingang am Kirchweg. Im vertrauten Stall bekam sie ihre übliche Mahlzeit und streckte sich auf ihr Strohlager. Was dann allerdings folgte war nicht so erfreulich. Lotte war tragend und gebar nach 114 Tagen sechs Ferkel. Aus welchen Gründen auch immer, die Sau nahm die geborenen Ferkel nicht an. Gereizt durch die Geburt oder wegen anderer Beschwerden biss Lotte um sich. Vier der geborenen Tiere verloren dabei ihr Leben. Die zwei überlebenden Jungtiere wurden schnell von ihrer Mutter entfernt und in eine separate Ecke der Stallung gelegt. Wärme musste jetzt eine Rotlichtlampe spenden.  Das Risiko die Ferkel zu dem Muttertier zu geben, wollte man nach dem Erlebten nicht eingehen. Für die Ernährung musste eine Alternative gefunden werden. Woher die Milch nehmen? Zum Glück hatten die Eheleute in einem anderen Stall eine Ziege. Liese, wie sie genannt wurde, versorgte bisher die Familie regelmäßig mit Milch, aus der unter anderem auch Butter und Quark gewonnen wurden. Nun sollte die Ziege die zwei neuen Stallbewohner mit versorgen. Üblich war das Einfüllen der Milch in eine Nuckelflasche, um diese dann den Ferkeln anzubieten. So richtig wollte es aber nicht klappen. Herr Augustin erinnerte sich in diesem Moment an einen ähnlichen Fall in seiner Heimat. Frau Augustin brachte die Ziege zu den kleinen Schweinchen und führte die Zitzen des Euters der Ziege zum Maul der Ferkel. Und siehe da, die Schweine begannen die Milch aus dem Euter der Ziege zu saugen. Erstaunlich war dabei die Ruhe, die von der Ziege ausging, während die Jungtiere ihren Hunger stillten. Der Anblick und der Erfolg dieser Taktik erfreute nicht nur die Familie. Es war einfach ein lustiges Bild. Zwei Ferkel hatten eine neue Mutter gefunden. (Bernd Wolfermann, nach Berichten von Jurina Augustin, Juni 2018)
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